KI Schulung: Was Unternehmen zur AI Literacy nach dem EU AI Act wissen müssen 

Eine KI-Schulung vermittelt Mitarbeitenden und Führungskräften das Wissen, das sie für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI-Systemen benötigen. Im Kontext des EU AI Act geht es dabei um AI Literacy: also um Fähigkeiten, Kenntnisse und Verständnis, die eine informierte Nutzung, Entwicklung oder Beaufsichtigung von KI ermöglichen. 

KI Schulung kurz erklärt

Der EU AI Act verlangt von Anbietern und Betreibern von KI-Systemen, dass sie Maßnahmen treffen, um ein ausreichendes Maß an AI Literacy sicherzustellen. Maßgeblich sind dabei nicht nur technische Aspekte, sondern auch der jeweilige Einsatzkontext, die Rolle der betroffenen Personen und die Risiken des Systems. 

Eine KI-Schulung ist deshalb kein bloßes Innovationstraining. Sie ist ein wichtiger Baustein, um Mitarbeitende in die Lage zu versetzen, KI-Systeme sachgerecht, verantwortungsvoll und regelkonform zu nutzen. Welche Form diese Maßnahmen haben müssen, hängt von Organisation, Risikoprofil und Zielgruppe ab. Der AI Act verlangt gerade kein starres Einheitsformat. 

iGut zu wissen:


Nach den Erläuterungen der Europäischen Kommission genügt es in vielen Fällen nicht, Beschäftigte lediglich auf Bedienungsanleitungen zu verweisen. Vielmehr sollten Unternehmen ihre Maßnahmen an Rolle, Vorwissen und Risikolage ausrichten. Schulungen sind oft sinnvoll, aber auch andere geeignete AI-Literacy-Maßnahmen kommen in Betracht. 

Was sind Beispiele für AI-Literacy-Maßnahmen?

  • interne KI-Leitlinien oder Playbooks, die zulässige und unzulässige Nutzungen beschreiben, 
  • rollenbezogene Lernpfade für Management, Fachbereiche, Entwickler, Einkauf oder Compliance, 
  • toolbezogene Kurzanleitungen für konkret freigegebene KI-Anwendungen, 
  • regelmäßige Q&A- oder Sprechstundenformate mit Fachabteilungen oder Compliance, 
  • ein internes KI-Portal mit Vorgaben, Freigaben, Lernmaterialien und FAQ, 
  • eine Community of Practice oder ein internes Expert:innen-Netzwerk, 
  • Freigabe- und Eskalationsprozesse für neue KI-Anwendungsfälle, 
  • Use-Case-Checks oder Checklisten vor Einführung neuer KI-Systeme, 
  • Praxisleitfäden für Prompting, Output-Prüfung und menschliche Kontrolle. 

Warum ist eine KI Schulung wichtig?

KI wird in Unternehmen häufig dezentral eingesetzt. Ohne klare Leitlinien und ausreichende Kompetenz entstehen schnell Risiken, etwa durch unzulässige Eingaben in generative KI, fehlerhafte Interpretation von KI-Ergebnissen oder fehlende menschliche Kontrolle. Eine gute KI-Schulung hilft, diese Risiken frühzeitig zu reduzieren. 

Besonders relevant ist das dort, wo KI-Ergebnisse Einfluss auf Personen oder wesentliche Entscheidungen haben. Dann genügt technisches Grundwissen nicht; erforderlich ist auch ein Verständnis für Verantwortlichkeiten, Grenzen des Systems und mögliche Fehlanwendungen. 

Wie unterstützt eine KI Schulung die EU AI Act Compliance?

Eine gute KI-Schulung unterstützt die Compliance, weil sie Mitarbeitenden vermittelt, 

  • welche KI-Systeme im Unternehmen verwendet werden, 
  • welche Risiken mit diesen Systemen verbunden sind, 
  • welche Rolle das Unternehmen einnimmt, etwa als Anbieter oder Betreiber, 
  • und welche praktischen Verhaltensregeln im Alltag einzuhalten sind. 

Ein passendes Beispiel ist der Einsatz eines KI-Tools zur Erstellung von Bewerberzusammenfassungen in der Personalabteilung. Hier sollten die beteiligten Personen nicht nur das Tool bedienen können, sondern auch verstehen, welche Risiken für Fairness, Nachvollziehbarkeit und menschliche Kontrolle bestehen. 

Welche Inhalte sollte eine KI-Schulung abdecken? 

Nach den Erläuterungen der Kommission sollte AI Literacy mindestens ein allgemeines Verständnis von KI, die Rolle des Unternehmens, die Risiken der eingesetzten Systeme und die darauf abgestimmten Maßnahmen umfassen. Dazu können je nach Use Case auch rechtliche, ethische und Governance-Aspekte gehören 

Muss eine KI-Schulung zertifiziert sein? 

Nein. Die Kommission verlangt kein bestimmtes Zertifikat. Unternehmen sollten ihre Maßnahmen aber intern nachvollziehbar dokumentieren, etwa durch Schulungsnachweise, Leitlinien, Lernmodule oder sonstige Governance-Maßnahmen.