Stand: 2026
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Das Wichtigste zu KI in Suchmaschinen auf einen Blick
Die Integration von künstlicher Intelligenz in Suchmaschinen verändert die Informationssuche grundlegend. Klassische Suchergebnisse treten zunehmend in den Hintergrund, während KI-generierte Antworten dominieren. Google hat die Funktion „AI Overviews“ eingeführt, basierend auf den Gemini-Modellen. Rund 60 % der Suchanfragen enthalten bereits solche Übersichten, wodurch Nutzer seltener externe Links anklicken. Medienhäuser verzeichnen dadurch Rückgänge beim Traffic und in der Werbung, während die Konkurrenz durch ChatGPT, Perplexity oder Microsofts Copilot wächst. Gleichzeitig ergeben sich neue regulatorische Fragestellungen zu Wettbewerb, Urheberrecht, Datenschutz und Medienvielfalt.
Kerndaten zu KI in Suchmaschinen
Google hält etwa 90 % Marktanteil in Europa, und KI-generierte Übersichten verändern das Klickverhalten der Nutzer: 58 % der Suchanfragen enden ohne Klick auf externe Seiten. Dies führt zu Einnahmeverlusten bei Publishern und steigenden kartellrechtlichen Beschwerden gegen Google in der EU, Deutschland und dem Vereinigten Königreich. Rechtliche Diskussionen drehen sich um die Monetarisierung von KI-Übersichten, Nutzung fremder Inhalte ohne Vergütung sowie mögliche Gefahren für offene Webstrukturen und Medienvielfalt.
Hintergrund und Ziele
Regulatorisch sollen faire Wettbewerbsbedingungen, Transparenz und Schutz der Medienvielfalt gewährleistet werden. KI-Systeme können Fehler und sogenannte „Halluzinationen“ erzeugen, was die Rate an Fehlinformationen erhöht und kritisches Denken beeinträchtigen kann. Zudem verändert sich die Rolle von Suchmaschinen zu Gatekeepern für Informationen, was demokratische Diskurse beeinflusst. Die EU prüft daher die Auswirkungen auf Wettbewerb, Zugang zum offenen Web und Rechte von Inhalteanbietern, während Unternehmen Inhalte, Monetarisierung und KI-Nutzung im Einklang mit Urheberrecht und Datenschutz gestalten müssen.
Wesentlicher Inhalt
Zentrale Aspekte betreffen Wettbewerb, Urheberrecht, Datenschutz und Transparenz. Im Wettbewerbsbereich sollen KI-Funktionen verhindern, dass einzelne Anbieter marktbeherrschend werden oder den Zugang zu Informationen einschränken. Beim Urheberrecht muss die Nutzung fremder Inhalte für KI-Training genehmigt oder vergütet werden. Datenschutzrechtlich ist die DSGVO einzuhalten, insbesondere bei personenbezogenen Daten. Transparenz- und Verantwortlichkeitsanforderungen verlangen klare Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten sowie Mechanismen, um Fehlinformationen zu begrenzen. Wirtschaftlich wirkt sich die Regulierung auf die Monetarisierung von KI-Inhalten aus, da Werbung und Inhalte im Einklang mit Rechteinhabern stehen müssen. Insgesamt verzögern diese Anforderungen die Einführung von KI-gestützten Suchfunktionen in der EU, während die Europäische Kommission die Auswirkungen auf Wettbewerb, offene Webzugänge und Medienvielfalt prüft.
Sanktionen und Durchsetzung
Die Regelungen werden über den Digital Services Act, Digital Markets Act und das kommende KI-Gesetz durchgesetzt. Verstöße können zu Bußgeldern, Einschränkungen neuer Funktionen oder Wettbewerbsuntersuchungen führen. Unternehmen müssen technische Maßnahmen zur Transparenz, Fehlerkontrolle und Nachvollziehbarkeit implementieren und ihre Geschäftsmodelle regulatorisch anpassen, um Sanktionen zu vermeiden.
Primär große Plattformbetreiber, Suchmaschinenanbieter, Medienhäuser und Unternehmen, die Inhalte bereitstellen oder monetarisieren.
Prüfung von Inhalten, Werbestrategien und KI-Integrationen auf Urheberrechts- und Datenschutzkonformität, Analyse von Risiken durch Fehlinformationen und Sicherstellung von Transparenz gegenüber Nutzerinnen und Nutzern.
Die Umsetzung hängt vom Inkrafttreten der EU-Rechtsakte Digital Services Act, Digital Markets Act, KI-Verordnung und urheberrechtlichen Anpassungen ab, die teilweise bereits gelten, teilweise noch in Abstimmung sind.